Tequila Manifesto: 5 Dinge über Tequila und das Leben

tequila manifesto

5 Weisheiten über das Leben aus der Geschichte von Tequila

Warum ein Tequila Manifesto? Tequila ist und bleibt eine Spirituose. Akzeptiert. Eine Spirituose mag im Dusel inspirierende Wirkung zeigen. Spirituosen verleihen aber keine Spiritualität. Tequila vermag uns sicherlich nicht die gleichen bewegenden Weisheiten auf den Weg geben, wie der geschätzte Dalai-Lama. Trotzdem möchten wir einen Versuch wagen und herausfinden, was uns die ebenfalls bewegte Historie des Tequilas über das Leben lehren kann.

Das Territorium für unser Tequila Manifesto könnte nicht spannender sein: Tequila ging aus prähispanischen Ritualen der Kultur der Azteken hervor, wurde in zwiespältigen Zeiten der Kolonialisierung erfunden, hat die Prohibition und einen Unabhängigkeitskrieg durchgemacht und ist heute stolzes Nationalgetränk Mexikos. Einem großartigen lebensfreudigen Land, dessen Lebensrealität durch Drogenkriege, Korruption und viele Schwierigkeiten (unter anderem über die nördliche Grenze hinweg) weiterhin herausgefordert wird.

Hier der bescheidene Versuch zu einem seltenen Bekenntnis zu einer der wahrscheinlich am meisten unterschätzten Spirituosen unserer Zeit. Einem Bekenntnis zu wahrer Stärke trotz aller Widrigkeiten des Seins. Einem Bekenntnis zu den vielen Kompromissen, die einem das Leben oftmals kompromisslos aufzwingt, ohne dabei Herz und Seele zu verraten.

Tequila Manifesto

1. Sei offen

Als die Spanier im 16ten Jahrhundert Mexiko erreichten, waren sie zunächst auf die heimische Versorgung mit Spirituosen über den Seeweg angewiesen. Im spirituellen Leben der Azteken spielte der alkoholische Trank Pulque aus dem fermentierten Saft der Agave jedoch bereits seit ca. 400 Jahren v. Chr. eine tragende Rolle. Nicht lange und die Spanier übertrugen ihr Wissen und begannen den fermentierten Sirup aus gekochten Agaven zu destillieren. Schon bald wurde der Agavenbrand unter der Bezeichnung Vino Mezcal einträchtig gehandelt. Ende 1700 blühte die industrielle Produktion und Agaven wurden großflächig angebaut. Im 19ten Jahrhundert wurde das Getränk offiziell nach der Stadt Tequila benannt.

Mit der Geschichte des Tequilas ist der Abenteuer- und Pioniergeist der Spanier verbunden. Tequila zeugt aber auch von der kulturellen Welt und spirituellen Mystik der Azteken. Als Destillat dessen, was die Natur des Landes im Anbau von Agaven bereithält, gepaart mit den kulturellen Einflüssen Mexikos, kondensiert Tequila im übertragenen Sinne entdeckerische Schöpfungskraft. Eine Offenheit für die Möglichkeiten. Die Einstellung, in den Gegebenheiten die Chancen zu erkennen (1). Sowie die Spanier mit Schiffsdestillerien den ersten Vino Mezcal herstellten. Und aus Natur und Kultur Mesoamerikas ein neues Erbe schufen, mit heute über 1.000 verschiedenen Tequilamarken.

2. Bleib dir treu

Tequila kommt aus Mexiko. Darf nur aus Mexiko kommen. Als geschützte Bezeichnung unterliegt die Produktion strengen Regularien, die von der mexikanischen Aufsichtsbehörde Consejo Regulador del Tequila überwacht werden (2). Tequila darf nur aus der Blauen Weber Agave und in der Umgebung der Stadt Tequila im mexikanischen Bundesstaat Jalisco hergestellt werden. Weitere zugelassene Regionen liegen in den Staaten Nayarit, Michoacan, Guanajuato und Tamaulipas.

Entsprechend bürgt Tequila für Originalität. Die strenge Regulierung sichert den Erhalt mexikanischer Kultur und Tradition. Es geht hier um Werte. Peter Drucker spricht in seinem Werk „Managing Oneself“ von der Kunst, sich seiner Stärken und Werte bewusst zu werden (3). Denn es lohnt viel mehr, auf das zu bauen, was man besonders gut kann. Eine wichtige Orientierung dabei bilden die eigenen Werte, derer man sich klar werden und treu bleiben sollte. Werte die uns weiterhin helfen, unsere Zugehörigkeit und soziale und kulturelle Identität zu finden.

Tequila geht heute um die Welt. Ist Trend in den USA. Und gehört doch immer nach Mexiko. Tequila ist als Nationalgetränk immens mit der mexikanischen Historie und Gegenwart verbunden. Es ist gut zu wissen, wo man hinwill. Aber nicht minder wichtig niemals zu vergessen, wo man herkommt. Wofür man einsteht. Tequila ist kein Whiskey, Rum, Vodka oder Gin. Tequila gehört den Jimadores auf den Feldern, den Maestros in den Destillerien. Den Tequileros allgemein. Das macht seine Seele aus. Kennzeichnet seinen Charakter und die Leidenschaft, die in jede Flasche fließt. Bis heute.

3. Entscheide dich

Tequila ist nicht gleich Tequila. Man unterscheidet zwei wesentliche Kategorien: 100% de Agave Tequila wird vollständig aus dem zuckerhaltigen Sirup der Agave produziert. Was die hohe Qualität auszeichnet. Mixtos kann ein Anteil von bis zu 49% an Fremdzucker beigemischt werden. Dazu unterscheidet man die Klassen Blanco, Reposado und Añejo bzw. Extra- Añejo entsprechend ihrer Reifezeit in Eichenholzfässern. Je länger die Reifung, je weicher und komplexer die Geschmacksnoten. Die vulkanischen Böden und das Klima im Hochland und Flachland bestimmen aromatische Nuancen: Entsprechend der Bedingungen im Flachland schmecken Tequilas aus den Agaven, die hier kultiviert werden, üblicherweise würziger und erdiger als Tequilas aus den Agaven aus dem Hochland, wo die höhere Sonneneinstrahlung in oft fruchtigeren und süßlicheren Aromen mündet.

Im Leben geht es immer wieder darum, Entscheidungen zu treffen. Und eine Entscheidung mit der gebotenen Konsequenz zu vertreten. Zu entscheiden, was man verändern kann. Und will. Denn es gibt Dinge, die können wir verändern. Dies erfordert Mut. Und es gibt Dinge, die liegen außerhalb unserer Kontrolle. Dies erfordert Gelassenheit und Beherrschung. Soviel lehrt uns die stoische Philosophie (4). In den Worten von Jerzy Gregorek:

Easy choices, hard life. Hard choices easy life.

Tequila lehrt uns, klare Entscheidungen zu treffen. Für den Anspruch an einen 100% de Agave Tequila. Für Geschmack, Genuss und Geselligkeit, den richtigen Anlass, die richtige Feierlichkeit. Ob als Blanco, Reposado oder Añejo. Jede Entscheidung vermag die Richtige zu sein. Ist aber eben immer eine Ansage. Ein Bekenntnis. Zu sich selbst und seiner Meinung. Tequila lehrt uns, eine klare Linie einzunehmen. Und zu halten. So, wie im Erhalt der Klassifikation der verschiedenen Tequilas. Tequila kennt in diesem Sinne wenig Kompromisse.

4. Verbünde dich

Spricht man über Tequila, kommt man an Mezcal nicht vorbei. Mezcal gilt als der große Bruder des Tequilas. Und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Spricht man dann über Mezcal, spricht man über Liebe, Land, Handwerk, Kunst und Lebensart. Mezcal ist kein Tequila, aber Tequila ist Mezcal. Der mexikanische Agavenbrand kommt hauptsächlich aus der Region Oaxaca. Und wird heute noch auf sehr traditionelle Art und Weise in regionalen Familiendestillerien hergestellt. Dort werden in großen Erdgruben mit heißen Steinen die Agaven gekocht, woher der Mezcal seine erdigen und rauchigen Geschmacksnoten erhält.

Tequila und Mezcal verrät uns viel über enge Verbindungen. Denn ein gutes Leben besteht aus innigen Beziehungen. So nicht zuletzt das Ergebnis einer Langzeitstudie über ein erfülltes Leben, wahres Glück und Zufriedenheit der Harvard University, veröffentlicht durch Robert Waldinger (5).

Lernen wir von Tequila, die kleinen Dinge wertzuschätzen. Kleine Erfolge und Siege zu feiern (6). Freundschaften zu feiern. Und zu pflegen. Über lange Zeit. Mit Geduld. Es heißt ja auch: Gut Ding braucht Weil. Und wie Robert Tess es ausdrückt: „Angesichts der vielen Jahre, die Agaven vor der Ernte reifen, ist Tequila letztlich die Spirituose, deren Rohstoff am härtesten erwirtschaftet wird.“

Es geht letzlich darum, Verbindungen zu suchen und Verbündete zu finden. Gute Freunde müssen nicht immer der gleichen Ansicht sein, die gleichen Interessen teilen. Die gleichen Eigenschaften besitzen. So wie Tequila und Mezcal. Und trotzdem geht es am Ende um Zusammenhalt. Wie in einer guten Familie.

5. Keine Reue

Tequila ist und bleibt eine Spirituose. Als solche ist von übermäßigem Konsum immer abzuraten. Aber zuletzt wurde in unterschiedlichen Quellen Tequila als der „gesündeste“ Alkohol gepriesen. Unter anderem: Da Tequila weniger Kongenere enthält, Substanzen, die beim Brennen des Alkohols entstehen. Als reines Agavenprodukt enthält Tequila nur sehr wenig davon. Dies vermindert die Katerwirkung. Daneben enthält Tequila deutlich weniger Kalorien als andere Spirituosen. Zumindest wenn es sich um einen 100% de Agave Blanco Tequila handelt (7).

Das wären schonmal zwei Gründe, eine gute Tequila-Nacht nicht zu bedauern. Aber eigentlich geht es darum, überhaupt viel weniger zu bereuen. Anders ausgedrückt: “Don’t look back, you’re not going that way.” Jeder macht mal Fehler. Aber man sollte versuchen, zu lernen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Immer nach vorne schauen. Denn wer sich wirklich etwas traut, etwas Neues wagt, wird früher oder später scheitern. Thomas Jefferson inspiriert uns mit den Worten:

If you want something you’ve never had, you must be willing to do something you’ve never done.

Damit kann man natürlich Scheitern. Aber viel schlimmer als Fehler zu machen, ist es doch, sich ewig zu wünschen, es wenigstens versucht zu haben. Haben wir also den Mut, unseren Weg zu gehen. Haben wir den Mut, die Leidenschaft zu besitzen, das Leben zu leben. Fehler zu begehen. Loszulassen (8). Denn zu guter Letzt: „Courage doesn’t mean you don’t get afraid. Courage means you don’t let fear stop you.” Lasst euch nicht stoppen. Aber handelt bitte immer verantwortungsvoll.

Enjoy responsibly!
 

Quellen und Inspiration:

  1. https://hbr.org/2016/01/what-having-a-growth-mindset-actually-means
  2. http://www.crt.org.mx
  3. https://hbr.org/2005/01/managing-oneself
  4. https://www.ted.com/talks/tim_ferriss_why_you_should_define_your_fears_instead_of_your_goals?language=de
  5. https://news.harvard.edu/gazette/story/2017/04/over-nearly-80-years-harvard-study-has-been-showing-how-to-live-a-healthy-and-happy-life/
  6. https://observer.com/2016/11/bulletproof-mind-6-secrets-of-mental-toughness-from-the-navy-seals/
  7. https://www.mrgoodlife.net/de/life-de/salud-tequila-ist-der-wahrscheinlich-gesuendeste-shot-der-welt/
  8. https://markmanson.net/not-giving-a-fuck

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