Pox Siglo Cero: Oder wie uns eine Maya-Spirituose den Kopf verdreht
Liebe Agavenfreunde: Manchmal macht man im Leben Entdeckungen, die einen völlig aus der Bahn werfen. Entdeckungen, die einem zeigen, dass man eigentlich noch gar nichts wusste. So ging es mir mit Pox Siglo Cero. Denn heute geht’s mal nicht um Agave, sondern um etwas, das mich mindestens genauso fasziniert hat. Ich nehme euch mit nach Chiapas, ins Hochland der Tzotzil-Maya, und zeige euch ein Destillat, das so tief in einer uralten Kultur verwurzelt ist, dass jeder Schluck eine Geschichte erzählt.
Was zum Teufel ist Pox?
Gute Frage! Als ich das erste Mal von Pox gehört habe, dachte ich auch: „Was soll das sein?“ Pox (spricht sich „Posh“, nicht „Pocks“) ist das heilige Destillat der Maya. In der Sprache der Tzotzil bedeutet es „Heilung“ oder „Medizin“. Und das ist nicht einfach nur ein fancy Marketing-Begriff. Für die Maya ist Pox wirklich Medizin – für den Körper, für den Geist, für die Seele. Es ist das Getränk, das bei Zeremonien gereicht wird, das bei Hochzeiten, Taufen und spirituellen Ritualen nicht fehlen darf. Ein Band zu den Ahnen, ein flüssiges Gebet, ein Stück lebendige Tradition.
Und hier wird’s richtig interessant: Anders als Tequila oder Mezcal wird Pox nicht aus Agave hergestellt, sondern aus Mais. Ja, richtig gelesen: Mais! Als ich das zum ersten Mal gehört habe, war ich skeptisch. Mais? Ernsthaft? Aber dann habe ich mehr darüber gelernt: Es geht um vier verschiedene einheimische Maissorten – roter, schwarzer, weißer und gelber Mais. Dazu kommen fermentiertes Zuckerrohr und ein Hauch von Weizen. Das Ergebnis? Ein Destillat, das so einzigartig ist, dass ich es euch eigentlich gar nicht beschreiben kann. Ihr müsst es erleben.



Die Pérez-Brüder und 7 Generationen Handwerkskunst
Hinter Siglo Cero stehen die Pérez-Brüder – Meisterbrenner in der siebten Generation. Als ich das gehört habe, musste ich erst mal schlucken. Sieben Generationen! Das Wissen, das diese Jungs in ihren Händen tragen, ist älter als die meisten Destillerien dieser Welt. Die Herstellung von Pox ist für sie kein Job, es ist ein Ritual. Jede Zutat wird mit Ehrfurcht behandelt, jeder Schritt folgt einer Tradition, die von den Urgroßvätern an die Großväter, von den Vätern an die Söhne weitergegeben wurde.
Die vier Maissorten werden sorgfältig ausgewählt und geröstet. Dann folgt die Fermentation – ein Prozess, der Geduld erfordert und nicht beschleunigt werden kann. Die Maya wissen: Gute Dinge brauchen Zeit. Nach der Fermentation wird das Ganze in traditionellen Kupfer-Brennblasen destilliert. Das Ergebnis ist ein kristallklares Destillat mit einer Seele, die man spüren kann.
Was mich dabei besonders fasziniert hat: Jede Flasche Pox Siglo Cero trägt nicht nur den Geschmack von Chiapas in sich, sondern auch den Spirit der Menschen, die dort leben. Man schmeckt das Hochland, die Maisfelder, die Hände der Meisterbrenner. Man schmeckt Hingabe. Und das ist etwas, das mir in der heutigen Zeit immer wichtiger wird.



Wie schmeckt das Zeug nun wirklich?
Okay, jetzt wird’s spannend. Denn als ich das erste Mal ein Glas Pox Siglo Cero in der Hand hatte, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was mich erwartet. Ich bin Agavenspirituosen gewohnt – aber das hier? Völlig neues Terrain.
Die Nase: Beim ersten Schnuppern fühlte ich mich sofort nach Mexiko versetzt. Der Duft von frisch geröstetem Mais stieg mir in die Nase – warm, einladend, fast schon tröstend. Dahinter lag eine erdige Süße, die mich an frisch geschnittenes Zuckerrohr erinnerte. Dann kam ein Hauch von warmem Brot, als würde gerade jemand in einer alten Bäckerei Tortillas backen. Und ganz subtil schwang eine fast mystische Würze mit – schwer zu beschreiben, aber unglaublich faszinierend. Ich fühlte mich, als würde ich durch einen traditionellen mexikanischen Markt laufen, vorbei an Maisständen, Zuckerrohrverkäufern und kleinen Straßenküchen.
Der Gaumen: Und dann nahm ich den ersten Schluck. Wow. Ich war echt geflasht. Die Textur ist unglaublich smooth – fast schon cremig. Keine Schärfe, kein Brennen, nur pure Sanftheit. Am Gaumen entfaltete sich eine komplexe Geschmackswelt, die mich völlig überrascht hat. Die Süße des Mais stand im Vordergrund, aber nicht aufdringlich. Sie tanzte mit den Noten des Zuckerrohrs und wurde von einer feinen, mineralischen Komponente begleitet. Dahinter versteckten sich dezente Gewürznoten – vielleicht ein Hauch Zimt, vielleicht etwas Koriander, vielleicht auch nur die natürliche Würze des fermentierten Mais. Es war kein lauter Geschmack, der mir um die Ohren haute. Es war ein durchdachter, tiefgründiger Genuss, der mich zum Innehalten einlud. Ich nahm einen Schluck und dachte: „Moment mal, da ist noch mehr.“
Der Abgang: Und genau da zeigte sich für mich die wahre Klasse des Pox Siglo Cero. Der Nachklang war lang – richtig lang. Er wärmte von innen, ohne zu brennen. Die süßen Maisnoten blieben noch eine ganze Weile auf meiner Zunge, begleitet von einer feinen, erdigen Note, die mich an feuchte Erde nach einem Sommerregen erinnerte. Es war ein Abgang, der die Seele umarmt. Kein Feuerwerk, sondern eine warme Umarmung. Und genau das hat mich umgehauen.


Die Gründer und ihre Mission: Social Responsibility, die wirklich zählt
Jetzt wird’s für mich emotional. Denn als ich mehr über die Geschichte hinter Siglo Cero erfahren habe, war ich noch beeindruckter. Hinter der Marke stehen zwei Menschen, die verstanden haben, worum es wirklich geht: Isidoro Guindi und Marcos Sacal. Diese beiden haben nicht einfach nur eine Marke gegründet. Sie haben eine Mission.
Ihre Vision? Die indigenen Communities in Chiapas zu unterstützen, ohne ihre Kultur zu kommerzialisieren oder zu vereinnahmen. Ich habe in den letzten Jahren zu oft gesehen, wie traditionelle Produkte aus Mexiko „entdeckt“, vermarktet und dann komplett von internationalen Konzernen geschluckt wurden. Die Menschen vor Ort? Haben nichts davon. Ihre Kultur? Wird zur Marketingstory degradiert. Das hat mich immer gestört.
Nicht so bei Siglo Cero. Guindi und Sacal arbeiten eng mit den Pérez-Brüdern und den lokalen Communities zusammen. Sie sorgen dafür, dass jede verkaufte Flasche den Menschen vor Ort zugutekommt. Sie bewahren nicht nur eine Tradition, sie geben ihr eine Zukunft. Jeder Kauf einer Flasche Pox Siglo Cero ist ein Beitrag zur Erhaltung dieser einzigartigen Kultur. Und das ist für mich keine hohle Phrase auf einem Label – das ist gelebte Verantwortung.
Genau das macht diesen Pox für mich so besonders. Es geht nicht nur um den Geschmack (der ist schon überragend genug), es geht um die Geschichte dahinter. Es geht um Respekt, um Würde, um echte Partnerschaft auf Augenhöhe. Und in einer Welt, in der so vieles nur noch oberflächlich ist, ist das verdammt wichtig.
Fazit: Ein absolutes Must-Have!
Pox Siglo Cero ist für mich mehr als nur ein Destillat. Es ist ein Kulturgut, ein Stück lebendige Geschichte, ein Zeugnis für die tiefe Verbindung zwischen Mensch, Natur und Tradition. Ich sage es ganz ehrlich: Es ist für mich eine echte Offenbarung gewesen. Wer bereit ist, über den Agavenrand hinauszuschauen und sich auf etwas wirklich Authentisches einzulassen, der wird hier belohnt.
Dieser Spirit gehört für mich in jede gut sortierte Hausbar. Nicht als Deko, sondern als das, was er ist: Ein flüssiges Geschichtsbuch, das man mit jedem Schluck ein bisschen besser versteht. Pox Siglo Cero hat mir gezeigt, dass die Welt der mexikanischen Destillate noch so viel mehr zu bieten hat, als ich je gedacht hätte.
Ein Schluck, der Lust auf mehr macht. Ein Destillat, das ich nicht vergessen werde. Ein Produkt, hinter dem ich stehen kann.
Also: Probiert es aus! Und wenn ihr euch selbst von diesem Ausnahmedestillat überzeugen wollt – ihr wisst ja, wo ihr mich findet.